Aus einem anderen Blickwinkel: einer muss ja stark sein

 

iStock_000048937308Medium-1024x682Immer mal wieder Anrufe und Gespräche mit dem Anliegen, etwas für die kranken Partner, Kinder, Eltern zu tun….
Was dann folgt ist immer wieder die tragische, traurige Geschichte eines langen Weges, dem Kampf mit der Krankheit in der Familie, der Partnerschaft. Wenns passt, frage ich auch mal, wo und wie mein Gesprächspartner Kraft auftankt, wie er es schafft solange durchzuhalten…….und oft bekomme ich keine Antwort, manchmal beginnt das Gegenüber wortlos zu weinen….
Eltern fragen sich oft, ob sie Schuld sind..? „Was habe ich, was haben wir falsch gemacht?“ Andere sehen es als ihre Pflicht ihrem Partner/ Partnerin in guten und in schlechten Zeiten-  ohne Rücksicht auf sich selbst – beizustehen! Aus Erschöpfung, aber auch Scham ziehen sich viele zurück. Dass der Sohn oder die Tochter, der Partner, die Mutter drogenabhängig, depressiv, … ist, darf möglichst keiner erfahren, manche ertragen die Fragen, die Blicke nicht mehr— ein Weg in die Einsamkeit!
Oftmals bin ich in den (Erst-) Gesprächen erschüttert, wie oft und wie lange die betroffenen Angehörigen über ihre Grenzen gegangen sind. Erst wenns nicht mehr geht, Erschöpfung, Hilflosigkeit und manchmal auch Wut/ Ärger auf….übermächtig werden, suchen sie Unterstützung! Aber immer mit dem Ziel, wieder richtig funktionieren zu können….es geht ja nicht anders! Einer muss ja stark sein!
Im Therapie- oder Beratungsprozess geht es dann vorrangig darum, den Blickwinkel zu verändern!
Den Blickwinkel, die Perspektive zu verändern gestaltet sich für die betroffenen Angehörigen oft schwierig:  Fürsorglich zu sein, nicht nur dem Kranken, der Kranken  sondern auch sich selbst gegenüber, fühlt sich einfach oft falsch an! Pop- melden sich auch die Schuldgefühle wieder….
Und doch: nur eine gesunde, lebensfrohe Angehörige kann auch eine wirklich kraftvolle Unterstützung für den Kranken sein. Eine Unterstützung für das kranke Familienmitglied mit seiner Krankheit zurecht zu kommen, vielleicht den Weg zu einer Heilung einzuschlagen und immer vorhandene Ressourcen im Leben auszugraben und zu nutzen!

 

Bildquelle: istock

Dieser Beitrag wurde unter Burn-out abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort